Sonntag, 28. Juni 2009

Konzeptentwurf (taller 29.06.09)

An unserm 1.Taller vom 29.06.09 werden wir diese Schlussfolgerungen diskutieren und erste Vorschläge zu einem umfassenden Velowegnetz (Haupt- und Nebenrouten, Varianten der Velowege vorstellen.
Unsere Zielsetzungen zur Ausbildung der Velowege und Veloflächen (Sicherheit ist nur gewährleistet bei baulicher Abtrennung) werden sicher zu Reaktionen führen. Unser Team ist darauf vorbereitet.


Konzept ÖV/MIV mit beschränkter Durchlässigkeit des Zentrums:




Korridore für Veloachsen:




Netzentwurf:

Resultate der Analyse

Zuerst die wichtigsten Faktoren, die den vermehrten täglichen Gebrauch des Velos in der Stadt Cochabamba fördern:
- keine grosse Steigungen, mehrheitlich flach
- angenehmes Veloklima (jetzt zur Winterzeit ist es in den Morgenstunden 0-5° kalt, tagsüber angenehm warm 20-26°, im Sommer sind die Nächte weniger kalt)
- ausserhalb des Zentrums sind die Strassen meist breit(Einbahnstrassen)... es gibt genügend Fläche für Velowege- und Velo massnahmen
- die täglichen Wege messen weniger als 5km Länge
- für die Sport- und Freizeitnutzung wurden um den See herum - der am verlanden und zu wachsen ist - sowie entlang eines längeren Bewässerungskanal in den nördlichen Wohn-Quartieren schöne separate Velowege gebaut.
- nach übereinstimmenden Aussagen vieler hat jeder Haushalt mindestens 1 Velo, dies zeigen die Erhebungen der Swiccontact "aire limplio" Fachleute, anlässlich des autofreien ersten Sonntag jeweils anfangs September.
- generell stellen wir Konsens im Bemühen um eine verbesserte Umweltsituation fest.
- es gibt schon eine Reihe von geschwindigkeits-bremsenden Massnahmen(rompe muelles , sodass die Geschwindigkeiten - ausser auf den wichtigsten "Schnellstrassen" für südamerikanische Verhältnisse nicht übertrieben hoch sind. (Die Innergeschwindigkeit in Boliven beträgt 40km/h)

... leider aber eine Reihe von gewichtigen Faktoren/Entwicklungen, die in den letzten wenigen Jahren das Velofahren zu Randerscheinungen im Strassenbild von Cochabamba machten:

- Die Bus- Taxi- Autofahrer missachten in grossem Ausmass die Rechte der Velo- fahrenden (und v.a der zu Fussgehenden )
- nach umfassenden Befragungen in der Vorgängerstudie "Velo" von 1999, geben von mehr als 2000 befragten Velo- und Nicht-Velofahrenden das agressive Verkehrsklima und die Angst vor Unfällen (nebem dem Velodiebstahl) als wichtigstes Hemmnisse für das Velofahren an.
- Das Queren von wichtigen Strassen ist für Velofahrende wie Fussgänger sehr
gefährlich , die Kreuzungen obwohl generell Rechtsvortritt gilt sehr problematisch, bei Lichtsignalanlagen gilt Rot/Grün wird im grossen ganzen beachtet
- sehr hohe Luftverschmutzung, ein Hinderniss für sportliche Velofahrer.


Es gäbe noch anzufügen, dass der Besitz und Betrieb von Autos vom den vorherigen Diktaturen stark unterstützt wurde und entsprechend viele Autostrassen v.a innerorts gebaut wurden.
Überland müssen zur Güterverteilung - infolge des maroden privaten (chilenisch-amerikanischen) Schienenverkehrs - noch wichtige Strassen gebaut werden; in diesem Riesenland kein billiges Programm.
Und natürlich ist der Besitz eines so günstigen Autos ein wichtiges männliches Statussymbol, aber einfach auch Notwendigkeit zum nicht immer funktionierenden Microsbussystem.



Die meisten Strassen sind mehr als breit genug, zumindest für den motorisierten Verkehr:







Im Zentrum hingegen sind die Strassen eng:



Strassen in den Aussenquartieren. Übrigens sind die Gegensätze in der Stadt sehr gross, während der Golfplatz dauernd bewässert wird, haben die Siedlungen im Süden kein Wasser.







Bestehender Veloweg:




Unser Büro bei der Verwaltung. Die Verwaltung ist in Sachen "papierloses Büro uns meilenweit voraus. Übrigens empfiehlt es sich, kurz vor 18 Uhr noch eine Speicherung vorzunehmen, denn nachher fällt der Strom aus.



Schlussfolgerungen:

Die Stadt ist zugeparkt, die Autokolonnen behindern sich gegenseitig, auch vermehrt ausserhalb der Morgen-, Mittag-, und Abendspitzenstunden;
die unzähligen Taxi- Sammeltaxis und Kleinbusse kommen nicht weiter,
weiterer Strassenausbau ist auch angesichts fehlender Mittel der falsche Weg.
Die Verwaltung will den Zugang zum Zentrum einschränken und das freie Parkieren stark einschränken, alternative Transportformen wie Busliniensystem – die den Namen ÖV verdienen fördern; die Politik und Medien machen nur sehr zögernd mit, die sehr mächtigen wenigen Besitzer von Microbuslinien sind noch keine Freunde der Veränderungen; generell fehlt - noch- eine Politik zur Verbesserung des Velo- und Fussgänger-Verkehrs.
Für breite Schichten der armen Stadtbevölkerung brächte die Velomobilität einen grossen Spareffekt in ihrem engen Budget: Der öffentliche Verkehr ist recht teuer; Effekte der Privatisierung der Neoliberalen.
In der Stadt- und Raumplanung ist die Umorientierung in dezentrale Stadtstrukturen angesagt.
In Übereinstimmung mit unsern Partner und Auftraggebern heisst die Parole:

“Un cambio es urgente y posible; ¡ empecemos con el proceso !”

Halbzeit des 1. Monats unserer Consultaría

In den ersten 2 Wochen konnten wir uns ein gutes Bild der Qualitäten und Mängel der Stadt und der nahen Region erarbeiten. In Sitzungen mit verschiedenen städtischen Verwaltung-Abteilungen wurde das Netzwerk für die weiteren Planungsschritte gebildet. Die Sitzung beim Bürgermeister (Alcalde) schloss diese Runde ab.
Er sicherte uns seine Unterstützung zu, mindestens mal mündlich und wird an der Pressefahrt mit Velo am Montag, den 7.Juli dabei sein.


Audienz beim Bürgermeister der Stadt (3 von rechts)

Mittwoch, 17. Juni 2009

Erste Arbeitstage

Empfang beim Flughafen


Die sympatischen alten ÖV-Mikrobusse haben leider auch einige erhebliche Nachteile (Dreckschleuder, privatisiert, unsicher ...)



Velos haben wir nicht viele gesichtet, dafür ist beim "Auto-tunning" die Vielfalt unerschöpflich.



Cochabamba ist nicht schlecht verkabelt



Erste Sitzung mit Vorsteher der Polizei sowie Direktor der Abteilung Verkehr und Transporte sowie unserem lokalen Ingenieur Juan Pablo


Pedro mit Carol, der guten Seele von swisscontact, vor Christo



Sicht auf Cochabamba

Samstag, 13. Juni 2009

Angekommen!

Nach dem Sie Peter doch durch die mehrmaligen Zollkontrollen durchgelassen haben und wir von der WHO nicht unter "Quarantaine" gesetzt wurden (saemtliches Flughafenpersonal mit Schutzmasken) sind wir glueckich und muede in Cochabamba angekommen und gleich herzlich von Swisscontact empfangen worden. Die Stadt macht auf den ersten Blick einen frischen und sehr sympatischen Eindruck.

Gruesse Pedro und Marco

Freitag, 5. Juni 2009

Feedback

Wir werden regelmässig berichten.
Eure Kommentare sind uns sehr willkommen.


Vorarbeiten und Ausschreibung

Unsere Kollegen Prof. Arch. Rosmarie Müller HSR und Ing. Peter Pfister haben in einem 3-tägigen Kurzeinsatz (Oktober 2008) für swisscontact die internationale Veloausschreibung (Februar 2009) vorbereitet.






Dokumente können bei Maria Andreou (maria.andreou@metron.ch) bestellt werden.

F:\daten\m7\00-000-00\070_Privat\PH\Cochabamba\Vorarbeiten_Ausschreibung


Oferta Metron

Definición de red y diseño final de ciclovias urbanas
para la ciudad de Cochabamba

Consultoría - Oferta metron, 13 de marzo de 2009




Offerte siehe metron:

F:\daten\m7\00-000-00\070_Privat\PH\Cochabamba\Offerte\oferta_cochabamba_090313.pdf


Arriba Bolivia ... Es ist soweit ...

Wir fliegen am 11. Juni nach Cochabamba